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Chronik

Seitdem sich der Mensch das Feuer zu Nutzen gemacht hat, stand er ihm oft auch hilflos gegenüber. Große Brände, die ganze Ortschaften vernichteten waren keine Seltenheit. Alte Chroniken berichten uns darüber. Die dicht nebeneinander stehenden Lehmfachwerkhäuser mit Strohdächern waren bei einem Feuer schnell dem Verderben preisgegeben. Später wurde der Bauweise der Häuser mehr Aufmerksamkeit geschenkt. Man begann auf Lücke zu bauen. Der Fachwerkbau musste den ersten Ziegelhäusern mit Dachsteinen weichen. Die ersten Feuerordnungen entstanden. 1719 wurde die „Städte-Feuer-Sozietät“ und 1765 die „Land-Feuer-Sozietät“ der Provinz Brandenburg gegründet. Aus ihnen enstand später die „Feuersozietät der Provinz Brandenburg“. Jeder wusste, dass mit Licht und Feuer, Kien und Laternen vorsichtig umzugehen war.

Die Schwanebecker Freiwillige Feuerwehr wurde am 12.Februar 1934 gegründet. Gründungsmitglieder damals waren: Paul Leetz (Oberfeuerwehrmann), Friedrich Moritz (Oberfeuerwehrmann), Gustav Tietz (Löschmeister), Otto Wolff (Brandmeister), Alwin Müller, Hein Rettig, Hermann Hahn, Hermann Wernitz, Karl Dräger, Friedrich Rettig, Paul Falkenthal, Paul Lehmann, Paul Jechow, Friedrich Haseloff, Fritz Eichelbaum, Fritz Block, Fritz Paul, Hermann Mehlhase, Hermann Heinrich, Richard Lüdecke und Otto Rettig.

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Die Gemeinde besaß damals eine Feuerwehrdruckspritze aus Holz mit Holzachsen. In der Mitte befand sich der Wasserkasten, der mit Wasser befüllt werden musste. Bei einem Brand hatten an jeder Seite vier Mann zu stehen und zu pumpen. Durch den Pumpvorgang wurde das Wasser aus dem Kasten in die Schläuche befördert. Zum Wassertransport aus dem Bach oder einer sonstigen offenen Wasserstelle war ein Wasserwagen vorhanden. Auf diesem Wagen war ein großes offenes Holzfass (eine Art großes Waschfass) aufgebaut. Bei Bedarf musste dieses Fass dann mit Eimern befüllt werden. Bei einem Brand wurden drei Pferdegespanne benötigt. Eines für die Spritze, eines für den Wasserwagen und eines für die Mannschaft, die aus 12 Mann bestand. Für die Gespannhalter waren drei Holztafeln vorhanden mit den Aufschriften „Spritze“, „Wasserwagen“, „Mannschaftswagen“. Für die Löschmannschaft gab es ebenfalls Tafeln, die von 1-12 nummeriert waren. Diese tafeln gingen nun reih um im Dorf, sodass jeder Einwohner wusste, wann er im Falle eines Falles ein Gespann zu stellen hatte. Für den reibungslosen Ablauf war der Spritzenmeister verantwortlich. In unserem Dorf hatte der Schmiedemeister Hermann Falkenthal dieses Amt inne. Die Alarmierung erfolgte durch zwei Tuten und das Läuten der kleinen Kirchenglocke. Beim Läuten war darauf zu achten, dass die Glocke nur einseitig anschlug, denn dieser Klang war das Zeichen für „Feuer“. Der erste Wehrleiter in unserem Dorf war Otto Wolff.

Im Frühjahr 1945 erhielten die Schwanebecker eine Motorspritze TS8. Da die jungen Männer aber im Krieg waren, blieb diese bis nach Kriegsende verpackt stehen. Danach wurde eine neue Wehr zusammengestellt. Die Wehrleitung übernahm Fritz Paul. Die Pflege der Maschinen und Gerätschaften übernahm damals Reinhard Lüdecke. Von 1950-1966 war Werner Moritz Wehrleiter. Zu dieser zeit ging es nicht nur um die Ausbildung der Kameraden bei der Brandbekämpfung, sondern auch um die Beschaffung von Uniformen, Schläuchen und anderen Geräten.

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Das Gerätehaus war baufällig und ohne Trockenturm. Zu dieser Zeit wurden die nassen Schläuche in den umliegenden Bäumen zum Trocknen aufgehängt. 1957/58 setzten Werner Moritz, als Wehrleiter und Mitglied der Gemeindevertretung, und Bürgermeister Hans Boy alles daran, eine Baugenehmigung für ein neues Gerätehaus mit Trockenturm zu bekommen. Ihre Wege führten sie zum Kreisbauamt und zum Bezirksbauamt. Eine Genehmigung für den Bau eines Trockenturmes erhielten sie jedoch nicht. Mit dieser Antwort konnten sich die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Schwanebeck jedoch nicht zufrieden geben. Mann nahm diese Angelegenheit selbst in die Hand.

Im Ort lebte auch der als erfahren geltende Zimmermann Otto Haseloff. Mit ihm fuhren die Männer in den Wald. Ohne Einschlaggenehmigung wurde daraufhin gutes Bauholz geschlagen, ohne zu wissen, in wessen Wald und ohne die Erlaubnis des Waldeigentümers. Nun brauchte man eine Schnittgenehmigung. Sie wurde „beschafft“. Mit dieser konnten die Holzstämme zum damaligen Sägewerk Hofmeister nach Lütte transportiert werden. Die Transporte wurden mit Pferdegespannen und Ackerwagen getätigt, kostenlos. Trotzdem wurde auch Geld benötigt. Für die Beschaffung von Baumaterial „für das Gerätehaus“ bewilligte der Kreis 900 Mark. Eine Summe, die vorne und hinten nicht reichen konnte. Zwar war das Schwanebecker Bauholz „kostenlos“, aber Schnittlohn, Nägel, Farbe usw. mussten bezahlt werden. Gerne wollte man dem Zimmermann für seine ständige Arbeit etwas bezahlen, doch wovon? Nach Absprache mit dem Bürgermeister machte sich Wehrleiter Moritz im Dorf zu einer Geldsammlung auf. 2100 Mark, für damalige Verhältnisse sehr viel Geld, kamen zusammen. Sämtliche Maurer-, Maler- und Handlangerarbeiten wurden von den Kameraden der Feuerwehr und den Dorfbewohnern ohne Bezahlung erledigt. Damals hieß das NAW (Nationales Aufbau Werk). Bei der Einweihung des Gerätehauses wurde Wehrleiter Moritz die Silberne Aufbaunadel verliehen.

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Im darauf folgenden Jahr sollte die FFW ein neues Löschfahrzeug erhalten. Doch das Auto passte nicht in die Toreinfahrt. So wurde schließlich in Lütte ein größeres Gerätehaus gebaut. Der damalige Bürgermeister Hans Boy war von Beruf Klempner. Er baute damals kostenlos eine Wetterfahne. In deren unterem Teil wurde eine Flasche mit einem Schriftstück eingelötet. 1957 wurde die erste Sirene im Dorf angebaut. 1958 waren in der Freiwilligen Feuerwehr Schwanebeck organisiert: Werner Moritz, Horst Block, Werner Haseloff, Lother Helmuth, Reinhard Lüdecke, Erich Ziege, Kurt Eichelbaum, Anton Helling, Günter Fricke, Harry Benke, Helmut Leetz, Reinhold Köppe, Alfred Benke, Walter Prinz, Walter Heinrich, Kurt Büttner, Kurt Paul, Reinhold Hahn.

1958 wurde in Schwanebeck eine Sirene installiert. Der Wehrleiter Werner Moritz war bis 1966 im Amt. Danach übernahm Kurt Eichelbaum die Leitung von 1967-1973. Im Ort kam es zweimal zu Brandstiftungen durch Kinderhand. 1969 brannte ein Hühnerstall nieder und 1974 die Scheune von Peters.

Die Feuerwehrmänner von Schwanebeck und die Frauengruppe der Freiwilligen Feuerwehr, sowie die Jugend- und Kindermannschaft belegen seit Jahren bei Wirkungsbereichsausscheiden im Löschangriff, in der Gruppenstafette und in der Disziplin 100-Meter-Hindernisbahn vordere Plätze. Viele Urkunden und Pokale zeugen von ihrer Leistungsfähigkeit.

 

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